Onartline Multisite Domain Mapping einrichten: So bekommt jede Website im Netzwerk ihre eigene Domain
Im letzten Beitrag hast du dein WordPress-Netzwerk mit Verzeichnisstruktur eingerichtet – seitdem sind alle deine Websites unter Unterverzeichnissen derselben Hauptdomain erreichbar (z. B. deine-domain.de/shop). Für viele Projekte reicht das völlig aus. Sobald aber eine einzelne Website im Netzwerk unter ihrer eigenen, individuellen Domain laufen soll – etwa mein-shop.de statt deine-domain.de/shop – kommt Domain-Mapping ins Spiel.
Mit dem kostenlosen Plugin Onartline Multisite Domain Mapping lässt sich das ganz ohne Code-Anpassungen einrichten. In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du das Plugin installierst, konfigurierst und die erste eigene Domain mit einer Website in deinem Netzwerk verbindest.
Was ist Domain-Mapping – und wofür brauchst du es?
Innerhalb eines Multisite-Netzwerks mit Verzeichnisstruktur teilen sich alle Websites technisch dieselbe Hauptdomain – nach außen erkennbar an der URL-Struktur mit Unterverzeichnis. Für einen internen Bereich, ein Testprojekt oder eine Sammlung thematisch verwandter Seiten ist das oft genau richtig.
Sobald eine Website aber als eigenständiges Angebot auftreten soll – mit eigener Markenwahrnehmung, eigenem Domainnamen auf der Visitenkarte oder eigenständiger Vermarktung – wirkt ein Unterverzeichnis der Hauptdomain oft unpassend.
Domain-Mapping löst genau dieses Problem: Es verknüpft eine beliebige, frei wählbare Domain mit einer bestimmten Website innerhalb deines Netzwerks, so dass Besucher direkt über die eigene Domain landen, ohne dass sie das zugrunde liegende Netzwerk oder Verzeichnis überhaupt bemerken.
Voraussetzungen für Onartline Multisite Domain Mapping
Bevor du loslegst, solltest du folgende Punkte sicherstellen:
- Ein aktiviertes WordPress-Multisite-Netzwerk. Auf einer einzelnen WordPress-Installation ohne aktiviertes Netzwerk funktioniert das Plugin nicht, da die Domain-Zuordnung direkt auf der von WordPress vergebenen Site-ID innerhalb des Netzwerks basiert.
- WordPress 7.0 oder höher sowie PHP 8.3 oder höher. Diese Anforderungen liegen bewusst über den Mindestanforderungen für eine reine WordPress-Installation, da das Plugin auf aktuelle PHP-Funktionen setzt.
- Schreibrechte im Verzeichnis
wp-content, damit das Plugin die Dateisunrise.phpbei der Aktivierung automatisch dorthin kopieren kann. Diese Datei ist ein zentraler technischer Baustein: Sie muss noch vor der eigentlichen WordPress-Initialisierung geladen werden, damit die Domain-Zuordnung bereits beim allerersten Seitenaufruf greift – deshalb reicht ein normales Plugin allein hier nicht aus. - Ein gültiges SSL-Zertifikat pro Domain, falls du HTTPS nutzen möchtest (empfohlen). Das Plugin selbst stellt kein Zertifikat aus, sorgt aber dafür, dass HTTPS innerhalb von WordPress korrekt erkannt und durchgesetzt wird, sobald serverseitig ein gültiges Zertifikat vorliegt.
- Bevorzugt eine neue, noch nicht produktiv genutzte Multisite-Installation. Onartline Multisite Domain Mapping ist gezielt für frische Netzwerke konzipiert; der nachträgliche Einsatz in einem bereits aktiven, produktiven Netzwerk wird nicht empfohlen, da es zu Konflikten mit bestehenden Domain-Konfigurationen oder anderen Plugins mit ähnlicher Funktion kommen kann.
Mehr Infos direkt im WordPress-Plugin-Verzeichnis
Bereit zum Start?
Das Plugin Onartline Multisite Domain Mapping kannst du dir hier schon mal herunterladen.
Onartline Multisite Domain Mapping einrichten: Installation und Aktivierung
Schritt 1: Plugin installieren
Da das Plugin mittlerweile im offiziellen WordPress-Repository verfügbar ist, suchst du am einfachsten direkt unter Network Admin → Plugins → Installieren nach „Onartline Multisite Domain Mapping“ und installierst es mit einem Klick.
Alternativ kannst du den Ordner onartline-multisite-domain-mapping auch manuell in das Verzeichnis /wp-content/plugins/ hochladen, oder installiere das Plugin direkt über Network Admin → Plugins → Installieren.
Schritt 2: Plugin netzwerkweit aktivieren
Aktiviere das Plugin über Network Admin → Plugins → Im Netzwerk aktivieren. Das ist wichtig: Eine reguläre Aktivierung auf einer einzelnen Website im Netzwerk reicht nicht aus, da Domain-Mapping netzwerkweit funktionieren muss.
Schritt 3: sunrise.php einrichten
Bei ausreichenden Schreibrechten kopiert das Plugin die Datei sunrise.php automatisch in dein wp-content-Verzeichnis – im Network Admin erscheint dazu eine Erfolgsmeldung. Falls die automatische Kopie fehlschlägt (etwa wegen fehlender Schreibrechte), kannst du das manuell nachholen:
sunrise.phpaus dem Plugin-Ordner nach/wp-content/sunrise.php.- Ergänze in deiner
wp-config.phpdie Zeiledefine( 'SUNRISE', true );– wichtig ist, dass diese Zeile vor der Zeilerequire_once ABSPATH . 'wp-settings.php';steht. Nur so wirdsunrise.phptatsächlich vor der eigentlichen WordPress-Initialisierung geladen, was für die korrekte Funktion des Domain-Mappings zwingend notwendig ist. Du findest diesen Teil am Ende in deinerwp-config.php
Schritt 4: Plesk-Nutzer – „Preferred Domain“ deaktivieren
Falls dein Server über Plesk läuft, ist dieser Schritt keine Kür, sondern Pflicht: Deaktiviere für jede Domain, die du zuordnen möchtest, die Einstellung „Preferred Domain“. Andernfalls fängt Plesk die Weiterleitung ab, bevor WordPress überhaupt reagieren kann – die Folge sind Redirect-Loops oder eine Domain-Zuordnung, die einfach nicht greift.
- In Plesk anmelden
- Websites & Domains → deine Domain → Hosting-Einstellungen
- Preferred Domain auf „Keine“ setzen
- Einstellungen speichern
Schritt 5: Erste Domain zuordnen
- Gehe zu Network Admin → Domain Mapping → Domain hinzufügen
- Wähle die Ziel-Website in deinem Netzwerk aus
- Trage die Domain ein (ohne
http://oderhttps://) - Lege optional fest, ob es sich um die Primär-Domain handeln soll, und aktiviere bei Bedarf HTTPS
- Speichern
Schritt 6: DNS-Einträge setzen
Damit die Domain überhaupt bei deinem Server ankommt, müssen die DNS-Einstellungen beim jeweiligen Domain-Anbieter passen:
- A-Record:
@, Wert: die IP-Adresse deines Servers - CNAME-Record: Name www, Wert: deine Primär-Domain oder der CNAME deines Servers
Die konkreten Werte für deinen Server zeigt dir das Plugin direkt unter Network Admin → Domain Mapping → Settings an, so dass du sie nicht mühsam selbst heraussuchen musst.
Funktionen im Überblick
- Domain-Zuordnung über die Site-ID: Jede Website im Netzwerk lässt sich über ihre von WordPress vergebene Site-ID mit einer eigenen Domain verbinden, ändern oder die Zuordnung wieder entfernen – ganz ohne Eingriffe in Datenbank oder Code.
- Primär-Domain mit automatischer Weiterleitung: Rufen Besucher eine nicht-primäre, aber zugeordnete Domain auf, werden sie automatisch auf die von dir festgelegte Haupt-Domain weitergeleitet – konsistent und ohne doppelte Inhalte für Suchmaschinen.
- Automatisches HTTPS mit 301-Weiterleitung: Unsichere HTTP-Aufrufe werden per SEO-freundlichem 301-Redirect automatisch auf die sichere HTTPS-Version umgeleitet, sofern ein gültiges SSL-Zertifikat vorliegt.
- Verwaltung durch Site-Administratoren: Optional kann der Super Admin unter Network Admin → Domain Mapping → Settings → Site-Admin Domain Mapping einzelnen Website-Administratoren erlauben, ihre eigenen Domain-Einstellungen selbst zu verwalten.
- Automatisierte Wartung im Hintergrund: Ein stündlicher, netzwerkweiter Cron-Job bereinigt abgelaufene Login-Tokens und prüft alle hinterlegten Domain-Zuordnungen auf Erreichbarkeit. Bei Websites mit höherem Traffic empfiehlt sich, den WordPress-internen Cron durch einen echten Server-Cron-Job zu ersetzen, da dieser zuverlässiger und ressourcenschonender arbeitet.
- Object-Cache-Kompatibilität: Das Plugin arbeitet mit gängigen Object-Cache-Lösungen wie Redis oder Memcached zusammen, was besonders bei Netzwerken mit vielen zugeordneten Domains die Ladezeiten spürbar verbessert.
Das Plugin funktioniert nicht – so gehst du vor
Antwort: Meist steckt eine doppelte Weiterleitung dahinter – etwa wenn gleichzeitig „Preferred Domain“ in Plesk und die 301-Weiterleitung des Plugins aktiv sind. Prüfe zunächst, ob „Preferred Domain“ wirklich auf „Keine“ steht, und ob define( 'SUNRISE', true ); korrekt in der wp-config.php vorhanden ist.
Falls dein Hosting bereits eigene 301-Weiterleitungen für die Domain vornimmt und du diese beibehalten möchtest, deaktiviere stattdessen die 301-Option im Plugin, um doppelte Weiterleitungen zu vermeiden.
Antwort: Kopiere die Datei manuell aus dem Plugin-Ordner nach /wp-content/sunrise.php und ergänze define( 'SUNRISE', true ); in der wp-config.php, wie in Schritt 3 beschrieben.
Antwort: Das Plugin entfernt bei der Deinstallation automatisch seine Dateien sowie sunrise.php, kann aber die Zeile define( 'SUNRISE', true ); in der wp-config.php nicht selbst entfernen. Bleibt sie stehen, versucht WordPress weiterhin, die nicht mehr vorhandene sunrise.php zu laden – entferne die Zeile in diesem Fall manuell aus der wp-config.php.
Häufige Fragen zu Onartline Multisite Domain Mapping
Antwort: Davon raten wir ab. Das Plugin ist für neue Multisite-Installationen konzipiert. Falls du bereits ein aktives Netzwerk betreibst, empfiehlt es sich, zunächst eine neue WordPress Multisite-Installation aufzusetzen und das Onartline Multisite Domain Mapping-Plugin zu installieren und einzurichten. Anschliessend kannst du deine bestehenden Inhalte dorthin migrieren, wohin du sie haben willst.
Antwort: Bei der Verzeichnisstruktur teilen sich alle Websites die Hauptdomain und unterscheiden sich nur im Unterverzeichnis. Domain-Mapping ergänzt das um die Möglichkeit, einzelnen Websites im selben Netzwerk zusätzlich eine komplett eigenständige, individuelle Domain zuzuweisen.
Antwort: Ja, damit HTTPS für eine zugeordnete Domain funktioniert, muss serverseitig ein gültiges SSL-Zertifikat für genau diese Domain vorliegen. Das Plugin erkennt und erzwingt HTTPS korrekt, stellt das Zertifikat selbst aber nicht aus.
Antwort: Ja. Das Plugin ist im offiziellen WordPress-Plugin-Verzeichnis veröffentlicht, automatische Updates funktionieren daher ganz normal über die WordPress-Verwaltung, so wie du es von anderen Plugins bereits gewohnt bist. Welche Änderungen eine neue Version jeweils mitbringt, findest du in unserem laufend aktualisierten Changelog.
Antwort: Nein, das Plugin ist vollständig kostenlos nutzbar – inklusive unbegrenzter Domain-Zuordnungen, automatischem HTTPS, SEO-freundlichen 301-Weiterleitungen und voller Multisite-Kompatibilität. Es gibt keine versteckten Kosten und keine Kreditkarte ist erforderlich.
Antwort: Für die Installation und Einrichtung des Plugins benötigst du nicht mehr als 5 Minuten, bis du deine ersten Domains mappen und routen kannst. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass du vorher alles geprüft hast, damit die Installation des Plugins reibungslos funktioniert.
Fazit
Damit hast du Onartline Multisite Domain Mapping erfolgreich eingerichtet. Mit Onartline Multisite Domain Mapping lässt sich jede Website in deinem WordPress-Netzwerk unter ihrer eigenen, individuellen Domain erreichbar machen – ganz ohne manuelle Code-Anpassungen oder komplizierte Server-Konfiguration.
In Kombination mit der Verzeichnisstruktur aus dem vorigen Beitrag hast du damit eine vollständige, kostenlose Lösung, um beliebig viele eigenständige Websites zentral über eine einzige WordPress-Installation zu verwalten – bei gleichzeitig individueller Domain-Präsenz für jede einzelne Seite.





